22.10.2019

Kinder pflanzen Bäume

Sinnvolle Maßnahme

Baumpflanzung mit SchülerInnen 2019 © Stadtgemeinde Schwechat

Seit dem Jahr 2003 wird in Schwechat ein Stadtwald gepflanzt. Das in Europa einzigartige Projekt schließt an die Pflanzungen aus den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts an, die den vormals kahlen Kellerberg in einen Grün- und Freizeitraum verwandelten.

Seit 2014 werden regelmäßig Kinder eingeladen, selbst Bäume und Sträucher zu setzen. Die ersten Klassen der Volksschulen, der Bertha von Suttner-Schule und die Vorschulklassen finden sich am Kellerberg und an anderen Orten Schwechats ein, um hier die Pflanzungen vorzunehmen. Mit der tatkräftigen Hilfe der Stadtgärtnerei, dem geeigneten Werkzeug und einer kleinen Jause ist die Aktion von Beginn an ein Erfolg.

Die Baumpflanzungen tragen dazu bei, dass die Kinder ein Gefühl für Natur, Wachstum und Beständigkeit bekommen – und sie sind auch ein wichtiges Zeichen in Zeiten des Klimawandels.

Statement: Förster Ing. Robert Knapp von den Österreichischen Bundesforsten:

Die Umwelt steht immer wieder im Mittelpunkt der Berichterstattung – vor allem das Klima. Zu Recht wird dabei auch die Rolle des Waldes betont. Gesunder Wald ist nicht nur ein wichtiger Erholungsraum und Rohstofflieferant, er nimmt auch Einfluss auf das Mikroklima, spendet Schatten, wirkt ausgleichend auf die Umgebung und speichert große Mengen an Wasser – nicht zu vergessen, um Holz bilden zu können, bindet jeder Baum auch große Mengen an CO2 . So gesehen ist nahe gelegener Wald für den Siedlungsraum in mehrfacher Weise von unschätzbarem Wert. Das gilt nicht nur für die Bevölkerung, sondern für alle „begleitenden“ Bewohner dieses Lebensraumes. Intakter Wald bietet Boden für unzählige weitere Tier- und Pflanzenarten.

Natürlich ist der Wald auch vielen Angriffen ausgesetzt und nicht alle neu gesetzten Pflanzen schaffen es bis zur imposanten Baumpersönlichkeit. Umso wichtiger ist es, die Bäume stets nachzusetzen und entsprechend zu pflegen. Als Förster habe ich einen besonders starken Bezug zum Wald. Der zukünftige Erhalt liegt mir sehr am Herzen.

Die Aktion, dass Kinder Bäume pflanzen, dient auch einem anderen Ziel: Damit wird für alle Beteiligten dieses wertvolle Stück Natur zu IHREM Fleckchen Wald. Und genau das ist es, was die Natur und der Wald der Zukunft brauchen: unsere ganz persönliche Aufmerksamkeit.

Statement: Bürgermeisterin Karin Baier

Junge Menschen machen uns auf unsere Verantwortung für den Klimawandel Woche für Woche aufmerksam. Schwechat ist da keine Ausnahme, auch hier sind die Menschen von Umwelteinflüssen betroffen – und auch hier hat es schon Klima-Demonstrationen gegeben. Ein Mosaikstein in den Bemühungen, den Klimawandel zu stoppen, ist die Pflanzung junger Bäume und Sträucher durch Schwechats „Taferlklassler“. Seit 2014 wurden dabei rd. 1.800 Pflanzen durch ebenso viele Kinder mit tatkräftiger Mithilfe der Stadtgärtnerei ausgesetzt. Was mich besonders freut: Den Kindern, aber auch den LehrerInnen und GärtnereimitarbeiterInnen, macht die Aktion einen Riesenspaß …

Statement: Vizebürgermeisterin Mag.a Brigitte Krenn

Es kann in Zeiten wie diesen, nicht früh genug begonnen werden, den Kindern die Bedeutung des Waldes für unser Klima näher zu bringen. Standen früher der Wald als Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen und als Erholungsraum für den Menschen im Vordergrund, so ist in den letzten Hitzesommern die Bedeutung des Waldes und der Bäume als wesentlicher Einflußfaktor für das Mikroklima gestiegen. Auch wenn Schwechat rund 6.500 Bäume im öffentlichen Raum und 820.000 m2 an Grünflächen hat, so ist jeder weitere Baum und jeder weitere Grünraum von enormer Wichtigkeit für unsere Lebensqualität! Die Bäumchen, die heute von den Kindern gepflanzt werden, werden in Zukunft für sie da sein!
 

 

Bild: Bürgermeisterin Karin Baier und Vizebürgermeisterin Mag.a Brigitte Krenn mit SchülerInnen beim ersten Termin der Baumpflanzung. 


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