02.07.2019

Blumenwiese als Lebensraum

Stadt der Bienen und Schmetterlinge

Blumenwiese Gärtnerei © Stadtgemeinde Schwechat

Vielleicht haben Sie voriges Jahr die üppige Blumenwiese bei der Stadtgärtnerei bemerkt, die man bei einem Spaziergang über den Radweg bewundern konnte. Diese war versuchsweise angelegt worden und wird jetzt auf weiteren Flächen im Stadtgebiet angebaut: gegenüber der Feuerwehr in Rannersdorf, beim Birkenhain (Brauhausstraße gegenüber Frauenfeld), bei der Ortseinfahrt in der Himbergerstraße (vor der Tischlerei), am Theodor Körner Platz und eben in der Stadtgärtnerei. Auch im Erholungsgebiet in Mannswörth gibt es große Wiesenflächen, die nur zwei Mal im Jahr gemäht werden. Dort tummeln sich verschiedene Heuschrecken-Arten. Diese bunten Wiesen bieten aufgrund ihres spezifisch zusammengestellten Artenreichtums einer Vielzahl an verschiedenen Insektenarten, insbesondere (Wild-)Bienen und Schmetterlingen, wichtigen Lebensraum.

Umdenken ist notwendig

Laut einem UN-Bericht zur Artenvielfalt sind eine Million Tier-und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Durch die Menschen wird natürlicher Lebensraum zerstört. „Wir erodieren global die eigentliche Basis unserer Volkswirtschaften, Lebensgrundlagen, Nahrungsmittelsicherheit und Lebensqualität.“, so der Vorsitzende des Weltbiodiversitätsrates (IPBES).

In Schwechat sind über 5000 Quadratmeter als Bienen- und Schmetterlingswiese angelegt. Natürlich ernähren sich auch andere Insekten von diesen Pflanzen. Die Stadtgemeinde hat nun auch eigene Bienenstöcke: Fünf Bienenstöcke werden von den beiden Bediensteten Martina Bräuer und Jürgen Peter betreut: Einer auf der Aussichtsterrasse des Rathauses, und je zwei in der Stadtgärtnerei und in Mannswörth. So gibt es jedes Jahr rd. 300 Kilogramm Honig - Pollen und Propolis können auch geerntet werden (Pollen sind gut für AllergikerInnen). Das süße Gold landet dann in den Geschenkkörben der Stadt.
Weitere Initiativen zum Erhalt der Vielfalt, die die Schwechater Stadtgärtnerei setzt, sind zum Beispiel der Garten der Vielfalt im Felmayergarten – ein Naschgarten mit alten Obstsorten, wo sich die Bevölkerung gerne am Obst bedienen kann. Außerdem gibt es über ganz Schwechat verteilt Habitat-Bäume als Lebensraum für Insekten, Pilze, Nager und Vögel. Hier werden alte Bäume, anstatt sie zu roden, für die Tierwelt stehengelassen.

Was kann jedeR einzelne tun?

Unterstützung bei der naturnahen Gestaltung des eigenen Gartens bietet die Initiative „Natur im Garten“ mit Büchern, Broschüren oder dem „Natur im Garten Telefon“ (siehe Kasten). DIE GARTEN TULLN ist eine Gartenausstellung und ein attraktives Ausflugsziel – auch für Kinder – und bietet Workshops sowie Veranstaltungen.
Mit der Schmetterlings-App der Initiative Blühendes Österreich soll der Erhalt der 4.070 in Österreich vorkommenden Schmetterlingsarten unterstützt werden - etwa die Hälfte davon ist in ihrem Bestand gefährdet. Mit der App kann man Schmetterlinge bestimmen, ihr Vorkommen berichten und an die Initiative weiterleiten, wie es um die Vielfalt der Schmetterlinge in Österreich steht.
„Die Brennessel“ ist ein Ideenwettbewerb, wo Fördermittel von insgesamt € 200.000 für Projekte von Gemeinden, Organisationen und Privatpersonen sowie für Schulen & Kindergärten vergeben werden.
Das Hortus-Netzwerk bietet ebenfalls Tipps, um den eigenen Garten in einen Ort zu verwandeln, wo es blüht und lebt, der das Auge erfreut und die Vielfalt erhält. Auch der Schaugarten Pozzobon in Rannersdorf ist dort als Hortus eingetragen.

Nützliche Links
www.naturimgarten.at
"NATUR IM GARTEN" TELEFON: +43 (0) 2742 / 74 333
www.diegartentulln.at

www.bluehendesoesterreich.at

https://schmetterlingsapp.at

www.diebrennnessel.at

https://hortus-netzwerk.de 


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