Schwechat nimmt Kurs auf Klimaneutralität – und die Bevölkerung zieht mit: Im Rahmen der jüngsten Bürger:innen-Umfrage wurden zahlreiche Ideen, Wünsche und Anregungen eingebracht. Die klare Botschaft: Die Schwechater:innen wünschen sich eine noch grünere, gesündere und lebenswertere Stadt.
Als eine von zwölf österreichischen Pionierstädten arbeitet Schwechat intensiv daran, bis 2040 klimaneutral zu werden. Die Ergebnisse der Umfrage liefern wichtige Impulse für die Erarbeitung des städtischen Klimaneutralitätsfahrplans und zeigen: Die Bereitschaft, aktiv mitzugestalten, ist groß.
Mobilität: Alltagstauglich, klimafreundlich, besser vernetzt
Die Mobilität zählt zu den zentralen Anliegen: Viele der Teilnehmenden bewerten das derzeitige Angebot grundsätzlich gut aber auch verbesserungswürdig – beispielsweise was die Busverbindungen nach Mannswörth betrifft. Genannt wurden unter anderem fehlende Querverbindungen innerhalb Schwechats.
Mehr als jede zweite befragte Person wünscht sich außerdem zusätzliche Fahrradabstellplätze, bessere Anbindungen nach Wien sowie getrennte Radwege wurden mehrfach geäußert.
Klimawandelanpassung: Mehr Grün statt Grau
Ein starkes Signal setzt auch das Thema Klimawandelanpassung: Über 85 % der Befragten stufen diese als „sehr wichtig“ ein. Ganz oben auf der Wunschliste stehen begrünte Dächer und Fassaden, mehr Bäume im Stadtgebiet sowie Maßnahmen zum Hochwasserschutz.
Besonders gefragt sind klimafitte Straßenräume, Entsiegelung von Flächen und die Nutzung von Regenwasser zur Kühlung. Auch Ideen wie Urban Gardening und autofreie Zonen stießen auf große Zustimmung.
Kreislaufwirtschaft: Reparieren, tauschen, weiternutzen
Nachhaltiges Denken zeigt sich auch im Umgang mit Ressourcen: Über 70 % der Befragten fühlen sich gut über Kreislaufwirtschaft informiert. Mehr als die Hälfte wäre bereit, sich aktiv an Reparatur- oder Upcycling-Initiativen zu beteiligen.
Reparaturcafés, so wie wir es in Schwechat jeden ersten Samstag im Monat haben, Second-Hand-Börsen sowie Tausch- und Verschenkplattformen wurden besonders häufig genannt.
Energie: Erneuerbare als klare Priorität
Ein nahezu einhelliges Votum gibt es beim Thema Energie: 95 % der Teilnehmenden befürworten den Ausbau erneuerbarer Energiequellen – allen voran Photovoltaik, Windkraft und Geothermie.
Knapp die Hälfte würde sogar kurzfristig höhere Kosten akzeptieren, wenn die Maßnahmen langfristig zur Nachhaltigkeit beitragen. Bereits ein Drittel hat in energiesparende Maßnahmen wie Dämmung, Solaranlagen oder moderne Heizsysteme investiert. Auch das Interesse an Energiegemeinschaften ist deutlich spürbar.
Schwechat handelt bereits – und baut weiter aus
Viele der genannten Anliegen greifen laufende Maßnahmen der Stadtgemeinde bereits auf: Schwechat investiert seit Jahren in die Pflege und Ausweitung seiner zahlreichen Grünflächen. Begrünte Fassaden wie an der Musikschule am Hauptplatz, neue Baumstandorte im Stadtgebiet und klimawirksame Bepflanzungen sind sichtbare Zeichen dieser Entwicklung. Zum Beispiel das gemeinsame Projekt mit Römerland Carnuntum, bei dem klimafitte Bäume auf Spielplätzen gepflanzt werden.
Auch im Bereich Energie ist Schwechat aktiv: Zahlreiche gemeindeeigene Gebäude werden mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet, zusätzlich wurde mit der Energiegemeinschaft „sweg“ ein innovatives Modell geschaffen, das Bürger:innen die Teilhabe an lokaler Stromproduktion ermöglicht. Sanierungen von Gemeindebauten – etwa durch Fassadenerneuerung oder Fenstertausch – tragen ebenfalls zur Energieeffizienz bei.
Die Kreislaufwirtschaft ist mit Angeboten wie dem Reparaturcafé bereits gelebte Praxis in Schwechat. Und auch beim Hochwasserschutz wurde in den letzten Jahren in Schwechat sowie den Katastralgemeinden umfassend gearbeitet, um die Bevölkerung zu schützen.
Die Stadtgemeinde ist sich bewusst, dass gerade im Bereich Mobilität weitere Verbesserungen notwendig sind. Hier wird laufend mit den zuständigen Organisationen verhandelt, das Angebot zu optimieren und klimafreundliche Alternativen zu stärken. Die Stadt leistet bereits hohe Zuzahlungen für den zusätzlichen innerstädtischen Busverkehr und arbeitet kontinuierlich daran, das Angebot weiter zu verbessern. Der Klimaneutralitätsfahrplan knüpft an bestehende Projekte an, entwickelt diese weiter und definiert zusätzliche Maßnahmen und Vorhaben.
Fazit: Gemeinsam auf dem Weg in eine lebenswerte Zukunft
Die Umfrage zeigt eindrucksvoll: Schwechat ist bereit für den Wandel. Die Bürger:innen denken weit in die Zukunft und wünschen sich konsequente, transparente Schritte – sowie Mut zu Veränderung.
Die Stadtgemeinde Schwechat bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmer:innen für ihr Engagement. Gemeinsam mit der Bevölkerung soll eine klimafreundliche, lebenswerte Stadt entstehen – Schritt für Schritt, mit Weitblick und Dialog.
Bürgermeisterin Karin Baier:
„Die Umfrage zeigt ganz klar: Die Schwechater:innen sind bereit, neue Wege zu gehen. Das ist ein starkes Zeichen! Es bestärkt uns darin, die Transformation aktiv zu gestalten – mit weiterhin schön gepflegten Grünraum, besserer Mobilität und innovativen Lösungen für den Klimaschutz. Gemeinsam machen wir Schwechat fit für die Zukunft.“
Ein Zitat aus der Umfrage bringt es auf den Punkt:
„Schwechat hat das Potenzial, zu einem Vorbild für nachhaltige Stadtentwicklung zu werden. Eine Stadt, in der nicht nur die Natur Raum bekommt, sondern auch die Menschen neue Lebensqualität spüren. Eine Stadt, auf die man von außen schaut und denkt: 'So schön kann es sein.'"
Weitere Informationen zu den geplanten Maßnahmen, Projekten und Beteiligungsmöglichkeiten finden Sie laufend auf unserer Website, auf den Social-Media-Kanälen der Stadtgemeinde und in der Ganz Schwechat.
Kontakt für Rückfragen Schwechat Klimaneutral 2040:
Philipp Kapsammer B.Sc.
Tel.: 0664 / 885 286 95
Email: p.kapsammer@schwechat.gv.at