Die Stadtgemeinde Schwechat hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis zum Jahr 2040 soll unsere Stadt im Rahmen des Projekts „Klimaneutrale Stadt“ CO2-neutral werden. Während großflächige städtische Maßnahmen die Basis dafür schaffen, liegt ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg im Alltag jeder und jedes Einzelnen. Klimaschutz bedeutet dabei keineswegs Verzicht, sondern oft nur das Optimieren kleiner Gewohnheiten – was ganz nebenbei auch das eigene Haushaltsbudget spürbar entlastet.
Um diesen Weg gemeinsam zu gehen, präsentieren Stadtamtsdirektor Mag. Martin Diatel und Klimakoordinator Philipp Kapsammer, BSc, ab sofort regelmäßig praktische Tipps, die sich ohne großen Aufwand direkt in die Praxis umsetzen lassen.
Die einzelnen Maßnahmen mögen klein oder sogar lächerlich klingen, in der Summe bringen sie uns aber unserem Ziel ein Stück weit näher. Einige Punkte, die wir vorschlagen, haben einige Generationen vor uns noch als Selbstverständlichkeit betrachtet – sicherlich der knappen Verfügbarkeit von Ressourcen geschuldet oder einfach einem anderen Bewusstsein. Zwischendurch war man ein „Gröscherlzähler“, heute wird man damit fast zur Klimaheldin oder Klimaheld.
Wir haben versucht, die Maßnahmen für Klimaschutzneulige, Fortgeschrittene und Profis zu unterscheiden. Starten wollen wir in den eigenen vier Wänden. Diesmal mit dem Thema Badezimmer/WC.
Hände waschen und duschen
- Für Beginner: Duschen statt dem Anfüllen einer Badewanne spart von Haus aus jede Menge Wasser. Wenn das gar nicht geht, dann reduzieren Sie zumindest die Anzahl der Vollbäder und duschen stattdessen. Stellen Sie beim Einseifen oder Shampoonieren (ja, das schreibt man wirklich so) das Wasser ab. Das ist beim Duschen manchmal „prickelnd“, aber nach kurzer Zeit ganz normal. Hat ein bisschen einen Kneipp-Effekt.
- Für Fortgeschrittene: ein neuer Duschkopf mit „Sparfunktion“, d.h. weniger Wasserdurchfluss bei nahezu gleichem Komfort, spart zusätzlich Wasser. Verwenden Sie statt Flüssigseife in Plastifklaschen entweder Nachfüllungen oder überhaupt eine stinknormale Seife, die nur in Papier eingepackt ist. Ähnliches gilt für das Duschgel.
- Für Profis: verwenden Sie festes Duschgel oder Shampoo. Am besten in einer wiederverwendbaren Dose aufbewahrt. Und für Seifenreste gibt es Seifensackerl, wo aus den kleinen Stücken beinahe wieder eine ganze Seife entsteht.
Wäsche waschen
- Für Beginner: waschen Sie bei niedrigeren Temperaturen. Oft reicht eine 30 °C Wäsche aus. Waschmittel sparsam dosieren.
- Für Fortgeschrittene: 95 °C Wäsche komplett einsparen. Sichtbare Flecken vorher mit Gallseife einreiben, dann reicht meist eine 30 °C Wäsche. Achten Sie auf die Verpackung der Waschmittel, nachfüllbare Marken bevorzugen.
- Für Profis: Waschmittel auf ökologischer Basis verwenden, eventuell sogar Waschnüsse (ist aber recht aufwändig, den Sud herzustellen).
WC
- Für Beginner: drücken Sie den Sparknopf bei der Spülung, dann wird nur etwa die Hälfte des Wassers verbraucht. Sollten Sie diesen Knopf nicht haben, dann stoppen Sie die Spülung ab, wenn das „Geschäft“ entsorgt ist.
- Für Fortgeschrittene: verzichten Sie auf Chemie im Klo (z.B. WC-Steine), die nur den Zweck hat, gut zu riechen. Hier tun es auch ätherische Öle, die sie auf entsprechende Tonscheiben auftragen und angenehmen Duft verbreiten.
- Für Profis: schließen Sie die WC-Spülung an den Regenwassersammelbehälter an, das spart sehr viel kostbares Trinkwasser (ist zugegebenermaßen nur dann möglich, wenn sie die entsprechende Ausstattung haben – Zisterne und Einfamilienhaus).
Soweit unsere Tipps. So gut wie alle haben den angenehmen Nebeneffekt, dass sie auch die Geldbörse schonen. Wenn Sie selbst noch mehr Ideen haben oder der Meinung sind, dass unsere Vorschläge kontraproduktiv sind, dann schreiben Sie uns auf oekofuzzi@schwechat.gv.at. Wenn es konstruktive Vorschläge oder Kritik ist, werden wir sie entweder als Leserbrief oder als zusätzliche Maßnahme in einer zukünftigen Ausgabe andrucken.
Bis zum nächsten Mal
die Ökofuzzis
Philipp & Martin
Weitere Information zu Klima und Umwelt unter www.schwechat.gv.at/Klima_Umwelt