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Kultur

Joseph Eybler - Der Komponist aus Schwechat

Österreichs berühmtester und gefeiertster Komponist ist Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791). Schwechats berühmtester und international bekanntester Komponist ist sein Freund Joseph Leopold Eybler (1765 – 1846).

Musik und Literatur auf:
www.schwechat.internet-bibliothek.at

Lebensweg und Zeit:
Schwechat ist damals ein kleiner eigenständiger Marktflecken und liegt an der Straße nach Pressburg, Poststation. Der Bau der Stadtpfarrkirche geht der Vollendung entgegen (Weihe 11.6.1765). Daneben befindet sich das Lehrerhaus – das Geburtshaus.

Sein Vater ist Schulmeister und Regens Chori in Schwechat. Die Mutter – Mädchenname Eleonore Sand, kam aus der Familie des Sattlermeisters und Marktrichters Martin Sand. Joseph hat 5 Geschwister.

Der Lebensweg beider Künstler fällt in die Zeit des aufgeklärten Absolutismus. Eine Zeit, die gleichsam Entrée zur Revolution war. Die Französische Revolution fand in Österreich ihr Pendant in der Auflösung starrer Strukturen von Staat und Kirche. In dieser Phase des Umbruchs versuchte sich Mozart als freischaffender Künstler und war damit ein Kind seiner Zeit: emanzipiert, unabhängig und revolutionär.

Joseph Eybler, Sohn eines Lehrers, wollte zunächst Jurist werden. Durch einen Großbrand am 20.1.1782 verlor jedoch die Familie Hab und Gut und ein Studium war nicht mehr finanzierbar. Auf sich selbst gestellt, verdiente sich Eybler seinen Lebensunterhalt durch Musikunterricht und begann zu komponieren. Seine Musikalität war schon in seiner Kindheit entdeckt und gefördert worden. Mit dieser hohen Begabung schaffte er die Karriere in das höchste musikalische Amt - er wurde in der Nachfolge Antonio Salieris Hofkapellmeister und wurde in den Adelsstand mit dem Titel „Edler von“ erhoben. In seinem Wirken war Eybler der höfischen Tradition verpflichtet.

Auszug aus seinem Werkverzeichnis:
1 Oper „Das Zauberschwert“
2 Oratorien
2 Symphonien
ca. 140 Tänze für Orchester
89 Tänze für Klavier
21 Lieder
133 geistliche Werke
1 Klarinettenkonzert
über 20 kammermusikalische Werke
u.v.m.

Eybler pflegte beste Beziehungen zu den musikalischen Größen seiner Zeit, zu Joseph Haydn, Michael Haydn und auch zu Mozart. Dokumente aus seiner Lebenszeit weisen Eybler höchstes Ansehen und musikalische Wertschätzung aus.

Um 1790 dürften sich Mozart und Eybler erstmals bei einer Veranstaltung des Baron van Swieten kennen gelernt haben. Es entstand eine Freundschaft bis zum frühen Tod Mozarts – Eybler betreut den todkranken Mozart bis zuletzt an seinem Krankenbett. Eybler konnte an den Chören von Mozarts Oper „Cosi fan tutti“ und am Requiem mitwirken. Ein Angebot, das Werk zu vollenden, lehnte Eybler jedoch ab. War es Bescheidenheit oder Befangenheit? Am 23.2.1833 setzte ein Schlaganfall beim Dirigieren des Mozart – Requiems in der Hofkapelle unerwartet und jäh eine Zäsur in das Wirken Eyblers. Es folgten noch wenige Kompositionen, aber es wurde still um ihn und die Eintragungen in den „Oberhofmeisterakten“ werden spärlich. Die letzte Eintragung stammt aus dem Jahr 1846 und lautet: „Hochgeachtet und verehrt starb Eybler nach einem langen, erfüllten Leben am 24. Juli 1846“. Eybler hatte das Amt des Hofkapellmeisters zu einer letzten Blüte geführt. Seine Gattin, Theresia Edle von Eybler starb dann im Jahr 1851 im Alter von 79 Jahren. Der Nachlass Eyblers soll einen Wert von 9.000 Gulden umfasst haben, 1 fl. entspricht ca. € 20,-.

Heute erinnert an seinem ehemaligen Geburtshaus eine Gedenktafel mit einem Portraitmedaillon an den Komponisten. Unweit davon liegt die ruhige Eyblergasse. Am Pfarrfriedhof hat Eybler eine würdige letzte Ruhestätte gefunden.

Neben all den überragenden Musikern wie Haydn, Beethoven und v.a. Mozart ist Eybler später zunehmend in Vergessenheit geraten. An den bestehenden CD – Aufnahmen, die in der Bücherei Schwechat gesammelt und entlehnbar sind, kann man ein leicht zunehmendes Interesse an Eyblers Werken erkennen. Viele Werke liegen in den Archiven und bedürfen einer Adaptierung für das heutige Konzertleben. Sie wären eine tolle Bereicherung für das Kulturleben.

Schwechat, die Geburtsstadt Eyblers, Mitglied der internationalen Organisation „Mozartways“, ehrt die beiden Komponisten und widmete vor allem im Mozart - Jubiläumsjahr 2006 einen Großteil des musikalischen Jahres ihren Werken. Vorwiegend „hauseigene Kräfte“ wie die Musikschule Schwechat, der Schwechater Gesang - und Musikverein und das Theater Forum Schwechat bezeugen, dass die Stadt auf eine sehr starke und leistungskräftige Kulturszene bauen kann, die sich der Tradition genau so bewusst ist, wie sie imstande ist, zeitgemäß und neuschaffend zu sein.

 
 

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